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Ausstellung

Bing war die weltweit größte Blechspielzeugfabrik

Großer Historischer Bahnhof

Die vorhandene Sammlung ist in ihrer Art auf der Welt einzigartig, denn sie konzentriert sich weitestgehend auf Spielzeug und Blechwaren der Bing Werke Nürnberg. Obwohl dieses Unternehmen maßgeblich die Spielwarenindustrie Deutschlands vor dem zweiten Weltkrieg geprägt hat, steht dieser Hersteller heute im Schatten der Fa. Märklin.

"Außer bei den Göppinger Märklin-Werken kamen wohl alle Modelleisenbahnen aus Nürnberg.
Bing war die weltweit größte Vertriebsorganisation für Blechspielzeug.
1863 von Ignaz und Adolf Bing gegründet, riefen die Brüder nach dem 1. Weltkrieg die "Continentale Vertriebs Centrale Concentra AG" ins Leben.

Neben den eigenen Bing-Erzeugnissen, zu denen Modelleisenbahnen, Heimkinos, Schiffe, Elektromotoren, Dampfmaschinen, Autos, Laterna Magicas, aber auch Billigartikel jeglicher Art gehörten, hatte die Concentra ein riesiges Warensortiment aller Art.

Der Jahresumsatz betrug 1928 für beide Firmen zusammen 28 Millionen Deutsche Mark. Beschäftigt waren bei Bing alleine im Spielwarenbereich zu dieser Zeit bereits rund 5.000 Mitarbeiter. Inklusive der riesigen Abteilung für Haushaltsgegenstände und Utensilien beschäftigte Bing ca. 18.000 Mitarbeiter.

Damit war diese Firma die größte Spielzeugfabrik aller Zeiten. Bing geriet durch die Weltwirtschaftskrise und andere mißliche Umstände, die unter anderem auch den damals schon "gepflegten" rassistischen Vorurteilen in der Gesellschaft geschuldet waren (Bing war Jude), in große Zahlungsschwierigkeiten.
Am 24. August 1932 kam es zu einem Zwangsvergleichsverfahren.“

Die Einrichtungen der Spielwarenfabriken werden von J. Falk, J. Kraus und K. Bub übernommen.

Andere Werksbereiche wurden nach Abschluss des Konkursverfahrens im Jahre 1934 unter neuer Leitung fortgesetzt. Unter anderem entstand daraus im Jahre 1941 die "Nowag" Noris-Werke Aktiengesellschaft, Nürnberg. Noch heute exisitieren die Bing Vergaserwerke.

Da die Bing Werke ab 1917 zahllose Tochtergesellschaften gegründet bzw. sich an anderen Firmen beteiligt haben, ist eine detallierte Erläuterung an dieser Stelle nicht möglich. Weiterführende Quelle ist das Buch von Kurt Lebermann aus dem Jahre 1924 "Die Konzentration der Bingwerke".

großer, sogenannter "Bodenläufer"

Kulturhistorische Bedeutung

Bing Oceanliner

Trotz der Bedeutung dieses Herstellers für den Alltag Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts - und damit seiner kulturhistorischen Bedeutung - droht die Firma Bing in Vergessenheit zu geraten.

große Reichspost

1.500 Exponate

Uralt Dampfmaschine - Werkstatt

Die Sammlung bewahrt und betreut zum jetzigen Zeitpunkt weit über 1.500 Exponate zu unterschiedlichsten Themengebieten allein aus dem Produktionsumfang der Firma Bing - alle produziert vor 1932 und größtenteils in hervorragendem Zustand:

- Eisenbahnen (Dampf, Uhrwerk, elektrisch) und Bahnhöfe
- Dampfmaschinen, Antriebsmodelle
- Autos, Schiffe, Flugzeuge
- Bären, Puppen, Plüschtiere
- Puppenherde, Puppenstubeneinrichtung
- Brett- und Gesellschaftsspiele, Spielkarten
- Kinematographen, Kindergrammophone, Bingola
- Kinderbücher, Prospekte, Kataloge, Werbemittel
- Physikalische und technische Lehrmittel
- Schreibmaschinen, Fotoapparate, Bügeleisen
- Haushaltsgegenstände (Emaille, Kupfer, Jugendstil)
- Kühlschränke, Herde
- Militaria, Taschenlampen


Einen etwas ausführlicheren Überblick mit Bildern über die Sammlung bietet der Anhang. [5.327 KB]

Exponate aus dem berühmten Spielzeugmuseum Davos

Das Museum wurde 1996 eröffnet und zählte zu den grössten Spielzeugmuseen Europas.
Es zeigte bedeutsame, seltene oder gar einmalige Exponate. Auf 600 m2 und in 90 Vitrinen finden Sie Zeitzeugen der SPIELZEUGKUNST und SPIELZEUGKULTUR ab 1730 bis um 1960.
Es ist kein Zufall, dass Angela und Jürg Prader in ihrer Ausstellung bei den Blechspielzeugen den Schwerpunkt auf die deutsche Marke "BING" gelegt haben, denn die "MÄRKLIN"-Eisenbahnen sind in jedem Museum zu sehen. "Bing verdient es jedoch, einmal in den Vordergrund gestellt zu werden, waren doch die Eisenbahnen, Bahnhöfe und Dampfmaschinen von Bing den bekannten Produkten von Märklin ebenbürtig." Viele Sammler hatten ihre Freude, so viele Eisenbahnen und Zubehör, aber auch Teddybären von Bing in einem Museum zu sehen.
Leider schloss das Museum aus gesundheitlichen Gründen im April 2012 und wir waren einer der letzten Besucher. Inzwischen konnten wir glücklicherweise einige Bing-Exponate aus der Prader-Sammlung für unser Museum gewinnen und eine Sondervitrine gestalten.
Angela Prader ist im Frühjahr 2013 nach langer Krankheit verstorben und hat uns leider nicht mehr besuchen können.

Wie alles begann...

Es begann im April des Jahres 1996. Meine Frau überredete mich um 5 Uhr Morgens mit Taschenlampe gerüstet, den Flohmarkt in Wiesbaden 60km vom Heimatort entfernt zu besuchen. Für einen Langschläfer eine Höchststrafe...

Dort stand bei einem Verkäufer zwischen viel Keramik und Geschirr eine zierliche kleine Aufziehlokomotive mit passenden Wägelchen.

Die Frage nach dem Kaufpreis wurde mit DM 380,- beantwortet, was mich zur entsetzen Frage hinriss: "Wieso???"

Der geduldige Verkäufer klärte mich dann in einem halbstündigen Gespräch über den berühmten Hersteller dieses Zuges auf:

Bing Werke in Nürnberg.

Meine Frau schickte mich weg und kam später mit einem Beutelchen und strahlendem Lächeln: "Ich habe noch einmal verhandelt und den Zug für DM 280,- bekommen - ist das nicht toll?"

Mir kam dies immer noch sehr teuer vor... Ich hatte ja noch keine Ahnung von Blechspielzeug.

Zu Hause stellte ich auf den Knien rutschend fest:

"Der Zug braucht Schienen - Wo ist nächste Woche ein Flohmarkt?"


Dies war der Beginn einer leidenschaftlichen Sammlertätigkeit. Im Laufe der Jahre wurde die Sammlung so umfangreich, daß wir uns entschlossen, ein eigenes Museum einzurichten. Meine Frau ist Inhaberin und Leiterin des Museums, da ich als Unternehmer die Zeit hierfür niemals hätte. Darüber hinaus verfügt sie als Kinderpädagogin das nötige Fachwissen und die Erfahrung, um ein lebendiges Museum aufzubauen, welches sich durch sein Gesamtkonzept auch wirtschaftlich selbst trägt.
Heute umfaßt die Sammlung mehr als 800 Exponate der Fa. Bing aus der Zeit von 1895 bis 1932, wobei das Schwergewicht auf den Exponaten des frühen 20. Jahrhunderts liegt. Bei der Ausstellung der verschiedenen Exponate bemühen wir uns, die größtmögliche Authentizität zu wahren und diese in Szenen oder als exklusives Einzelstück zu präsentieren. Dabei sind Spielspuren und die Zeichen der Zeit akzeptiert, da authentisch.

Zu Gast auf der Echtdampf 2012